Samstag, 14. Februar 2026

Nihilismus

 

Der Gesetzt der Thermodynamik behauptet, dass Materie weder geschaffen noch zerstört wird. Das Nirvana (der orientalische Nihilismus) ist ein Synonym für einen Zustand der Fülle. Das heißt: Es gibt Materie und es gibt eine Fülle in jeder Religion.

Das führt zu der Schlussfolgerung, dass der westliche Nihilismus, ein emotionaler, existenzieller Zustand ist, der durch die Verzweiflung gekennzeichnet ist, die das Subjekt erlebt.

Die "Entweder Gott oder das Nichts"-Struktur ist eine falsche Disjunktion. Für einen Gläubigen ist Nihilismus ein Unsinn. Der Glaube bewahrt ihn davor, in den Zustand der Verzweiflung zu geraten.  (z.B. Hiob). Für den Atheisten sind Nihilismus und Gott auch keine disjunktiven Konzepte. Gott ist ein unmögliches Element in jeder Wahl, da er nicht an Ihn glaubt. Alles das zeigt, dass Atheismus und Nihilismus keineswegs synonymen Begriffe sind. Ein Atheist kann sich an die absolute Realität halten, an das, was er in dieser Welt während seines Lebens erreicht hat, und an das, was er zukünftigen Generationen zuschreibt (hinterlässt), und er kann all dies tun, ohne in Verzweiflung zu verfallen.

Gerade weil Nihilismus existentiell und individuell ist, muss jedes Individuum die Lösung finden, um überwinden die Verzweiflung, die der Nihilismus in ihm auslöst:  Glaube (Religion), Verantwortung (Hans Jonas) Arbeit (Tschechow, Onkel Wanja), guter Wille (Kant) oder ethischer Optimismus (Albert Schweitzer).

Manche versuchen, mit Emotionen dagegen anzukämpfen. Leider ist die Befriedigung, die durch Emotionen hervorgerufen wird (da sie nur Emotionen sind), selten von Dauer, weder in der Intensität noch in der Zeit. Manche setzen im Alkohol, im Spaß, im Zynismus und sogar in der Ataraxie die disjunktiven Elemente zu dem Nichts. Unglücklicherweise führen sie alle diese Elemente zu dem Vergessen des Seins, zuerst, und zu der Zerstörung des Seins, später.

Nachdem Nietzsche Gott Todes bestätigt hat, haben vielen geglaubt, dass das Nichts, die absolute Freiheit bedeutet. Das ist ein Irrtum. Gott Todes verpflichtet den Menschen das Schwert der absoluten Freiheit selbst in seine Hände zu nehmen. Die Frage die Nietzsche aufwirft ist folgende: Ist jeder sterbliche Mensch überhaupt imstande, es in seinen Händen zu halten, ohne das es fällt? Nietzsche betrachtet das mit Skepsis. Eher verlangt dieses Schwert einen „Übermenschen“.

Lovecraft enthüllt ein neues Problem. Er zeigt in seinen Werken, dass die ihre Werke, dass die Disjunktion „entweder Gott oder das Nichts“ irrelevant ist. Mit Gott oder mit dem Nichts: Die Monster überleben immer.

Wenn Gott wirklich tot ist, helfen nach meiner Meinung nach die Aussagen Descartes und Kants: "Cogito, ergo sum" und "Sapere Aude". Auf der einen Seite ermöglichen das „Cogito“ und das „Sapere“ dem Individuum, als Individuum und nicht als Kollektiv zu überleben. Auf der anderen Seite haben das „Cogito“ und das „Sapere“ nichts mit dem "Cognoscere" zu tun, das Faust ins Verderben führte. Aber wie gesagt: Das ist nur meine Meinung.

Vielleicht hatte das Genie Goethe den Tod Gottes vorausgesehen und eine Vorahnung dessen, was dann geschehen würde: Wenn der Teufel derjenige war, der Faust daran hinderte, in den Himmel zu kommen, so war es auch der Teufel, der ihn vor dem Sturz ins Nichts rettete. Zweifellos hat der geniale Goethe die Wahrheit noch vor Lovecraft erkannt und verstanden: Selbst wenn Gott stirbt, überleben Monster und nehmen seinen Platz ein. Jedes Individuum muss gegen seine eigenen Monster und Dämonen kämpfen. Der Kampf gegen die eigenen Dämonen ist letzlich, was das Individuum vor dem Nichts rettet. Der Sieg, wie die Erlösung, ist nie sicher.

Isabel Viñado Gascón

Das Gesetz der Thermodynamik besagt, dass Materie weder geschaffen noch zerstört wird. Nirvana (im orientalischen Nihilismus) ist ein Synonym für einen Zustand der Fülle. Das bedeutet: Es gibt Materie, und es gibt eine Vorstellung von Fülle in jeder Religion. Daraus folgt, dass der westliche Nihilismus ein emotionaler, existenzieller Zustand ist, der durch die Verzweiflung gekennzeichnet ist, die das Subjekt erlebt.

 

Die "Entweder Gott oder das Nichts"-Struktur ist eine falsche Dichotomie. Für einen Gläubigen ist Nihilismus Unsinn, da der Glaube ihn davor bewahrt, in Verzweiflung zu geraten (wie zum Beispiel bei Hiob). Auch für den Atheisten sind Nihilismus und Gott keine disjunktiven Konzepte. Gott ist für ihn keine mögliche Wahl, da er nicht an ihn glaubt. All dies zeigt, dass Atheismus und Nihilismus keineswegs synonyme Begriffe sind. Ein Atheist kann sich an die absolute Realität halten, an das, was er in dieser Welt erreicht hat, und an das, was er zukünftigen Generationen hinterlässt, ohne in Verzweiflung zu verfallen.

 

Gerade weil Nihilismus existenziell und individuell ist, muss jedes Individuum eine Lösung finden, um die Verzweiflung zu überwinden, die der Nihilismus in ihm auslöst. Diese Lösungen könnten Glaube (Religion), Verantwortung (Hans Jonas), Arbeit (Tschechow, Onkel Wanja), guter Wille (Kant) oder ethischer Optimismus (Albert Schweitzer) sein. Manche versuchen, mit Emotionen dagegen anzukämpfen. Leider ist die Befriedigung, die durch Emotionen hervorgerufen wird, selten von Dauer, weder in ihrer Intensität noch in ihrer Zeitspanne. Manche suchen Ablenkung in Alkohol, Spaß, Zynismus und sogar in Ataraxie als Alternativen zum Nichts. Leider führen all diese Ansätze dazu, das Sein zuerst zu vergessen und später zu zerstören.

 

Nachdem Nietzsche den Tod Gottes verkündet hat, glaubten viele, dass das Nichts die absolute Freiheit bedeute. Das ist ein Irrtum. Der Tod Gottes verpflichtet den Menschen dazu, das Schwert der absoluten Freiheit selbst in die Hand zu nehmen. Die Frage, die Nietzsche aufwirft, ist folgende: Ist jeder Mensch überhaupt in der Lage, dieses Schwert zu halten, ohne dass es ihm entgleitet? Nietzsche ist skeptisch. Vielmehr verlangt dieses Schwert einen „Übermenschen“.

 

Lovecraft enthüllt ein neues Problem. In seinen Werken zeigt er, dass die Dichotomie „entweder Gott oder das Nichts“ irrelevant ist. Ob mit Gott oder mit dem Nichts: Die Monster überleben immer.

 

Wenn Gott wirklich tot ist, helfen meiner Meinung nach die Aussagen von Descartes und Kant: "Cogito, ergo sum" und "Sapere Aude". Einerseits ermöglichen das „Cogito“ und das „Sapere“ dem Individuum, als Individuum und nicht als Teil eines Kollektivs zu überleben. Andererseits haben das „Cogito“ und das „Sapere“ nichts mit dem "Cognoscere" zu tun, das Faust ins Verderben führte. Aber wie gesagt: Das ist nur meine Meinung.

 

Vielleicht hat das Genie Goethe den Tod Gottes vorausgesehen und eine Vorahnung dessen gehabt, was dann geschehen würde: Wenn der Teufel es war, der Faust daran hinderte, in den Himmel zu kommen, so war es auch der Teufel, der ihn vor dem Sturz ins Nichts bewahrte. Zweifellos hat der geniale Goethe die Wahrheit noch vor Lovecraft erkannt: Selbst wenn Gott stirbt, überleben die Monster und nehmen seinen Platz ein. Jedes Individuum muss gegen seine eigenen Monster und Dämonen kämpfen. Der Kampf gegen die eigenen Dämonen ist letztlich das, was das Individuum vor dem Nichts rettet. Der Sieg, wie die Erlösung, ist nie sicher.

 

Isabel Viñado

(Dieser Artikel erschien erstmals in MoMo PubTalk am 01.09.2024)


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