Ich
möchte hier zwei verschiedene Bücher vorstellen: „Dreams, Hallucinations,
visions“, von Ernst Benz und „The doors of perception“, von Aldous
Huxley.
Ernst
Benz
unterscheidet zwischen Halluzinationen, die in dem Bereich der Psychiatrie
einzuordnen sind, und Träume, Prophezeiungen, Visionen und sogar Intuitionen,
die zu dem Feld der religiösen Erfahrung gehören, und nimmt die Figur von
Swedenborg als Beispiel.
Er
behauptet, dass sowohl im Alten Testament wie in Neues Testament, die Begriffe
„Prophezeiungen“ „Träume“ „Visionen“ Synonyme sind, weil alle diese Begriffe
eine göttliche Manifestation bedeuten.
Das
Misstrauen der heiligen Bücher in Bezug auf wahrsagendes Träumen und
Weissagungspraktiken macht lieg daran, sagt Benz, dass diese Praktiken mit
heidnischen Kulten in Verbindung stehen.
Interessant
ist seine Bemerkung über die westliche Psychologie. Nach der Meinung von Benz,
ist die westliche Psychologie größtenteils ein Produkt der visionären Mystik.
Das
Buch von Aldous Huxley betrachtet die Halluzinationen und Visionen weder
aus der Sicht der christlichen Mystik noch aus dem Bereich der Psychiatrie; eher,
- würde ich sagen,- aus dem Blickwinkel der Kunst. Solche Erscheinungen sind
auch nicht göttliche Manifestationen oder vorbestehende psychische Störungen,
sondern durch Drogeneinfluss verursacht. Speziell experimentiert er mit
Meskalin. Huxley beobachtet, dass die Sinne durch diese Droge intensiviert
werden. Vor allem Wahrnehmung und Gerüche werden schärfer. (Auch Ernst Jünger
und Walter Benjamin berichten in genauer Selbstbeobachtung über die Wirkung von
Drogen.)
Meine
persönliche Meinung zu diesem Thema
-
Aus mystischer Sichtweise sind Drogen
nicht erlaubt, weil das „Schummelei“, Betrug bedeutet. Drogen sind der
Anspruch, das letzte Level zu erreichen, ohne die entsprechenden Stufen „ordentlich“
durchlaufen zu haben.
-
Andererseits weiß man heute, wieviel
Schaden die Drogen verursachen - nicht nur im Gehirn.
-
Gleichzeitig würde ich auch extrem
vorsichtig mit Worten wie „Träume“ „Visionen“ und „Intuitionen“ umgehen.
Oft
sind solche „Visionen“ der Abschluss von logisch-intellektuellen Ketten, die
unser Geist unbewusst ausführt, entweder wenn er ruht (Träume) oder wenn ihn
unvorhergesehene Vorkommisse aktivieren (ein Wort, ein Objekt, eine Situation).
Meiner
Meinung nach gibt es kaum Visionen und Träumen, die als übernatürliche
Manifestationen bewerten werden.
Und
sogar in solchen Fällen sollte man mit Vorsicht betrachten, ob es göttliche
oder dämonische Manifestationen sind. Gerade das letzte ist der Makel (Falle,
Gefahr), dass die sogenannten heidnische Weissagungspraktiken mit sich tragen. Sie
stellen in den meisten Fällen schamanistische und nekromantische Praktiken dar.
Kurz:
Visionen sollten den Ausdruck unserer eigenen Ziele sein. Ziele, die nur unsere
Anstrengung zur Erfüllung bringen können. Und wenn wir, auf diesen Weg ein
göttliches Licht finden, das unseren Weg erleuchtet, sollten wir dankbar dafür
sein.
Wenn
schon die individuellen Visionen solche Gefahren und Risiken in sich tragen, dann
enthalten die kollektiven Visionen noch größere Gefahren.
Isabel Viñado Gascón
(Dieser
Artikel erschien erstmals in MoMo PubTalk am 18 September 2022)
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