Samstag, 14. Februar 2026

Pluralismus: Chancen und Risiken.

 

Die Existenz des Pluralismus in der Natur ist nicht nur eine Tatsache, sondern eine Voraussetzung.

Deshalb bekommt die Frage nach dem Pluralismus nur Sinn, wenn der Pluralismus selbst in Gefahr ist, entweder, weil eine bestimmte Meinung (in der Natur, Spezies) alle anderen durchdringt, oder wenn es keine richtige Pluralität, sondern nur eine Opposition gibt - was man heute unter „Spaltung“ kennt.

Wenn der Pluralismus etwas Selbstverständlich ist und doch ständig in Gefahr ist, wann kann man über Chancen und wann kann man dann über die Risiken des Pluralismus sprechen?

Der Pluralismus ist nur fruchtbar, wenn diese Pluralität ausgeglichen ist. Das heißt: nur wenn der Pluralismus durch die Vernunft geprägt ist.  Unter „Vernunft“ meine ich das Gleichgewicht zwischen Verstand und Gefühl, Materie und Geist.

Wann bringt der Pluralismus Risiken?

Der Pluralismus enthält nicht nur ein Risiko, sondern sogar eine wahre Gefahr, wenn der Pluralismus nicht mehr ausgeglichen, das ist: nicht mehr vernünftig ist.

Der Pluralismus ist nicht mehr vernünftig:

a) Wenn der Verstand nicht genügend entwickelt ist und grundlose willkürliche Meinungen aufbaut, weil die innere Motivation nicht das Denken ist, sondern nur das Herrschen ist.

b) Wenn die Gefühle labile, instabile sind. Wenn die Gefühle nur Gefühlsduseleien sind, die vor allem zur Manipulation dienen. Das ist: wenn die Motivation der Gefühle, nicht das Fühlen, sondern das Herrschen ist.

c) Wenn beides: Verstand und Gefühle auf Durchdrängen und Herrschen gerichtet sind.

Was also verlangt der Pluralismus, um fruchtbar zu werden?

Man kann natürlich mit den Begriffen „Dialog“ und „Freiheit“ antworten.

Beide Elemente sind in der Tat extrem wichtig.

Aber meiner Meinung nach, sind weder Dialog noch Freiheit die essentiellen Elemente eines fruchtbaren Pluralismus.

Man soll zum Beispiel and der Spaltung in der Kirche zwischen dem heidnischen Glauben und dem orthodoxen Glauben, zwischen dem orthodoxen Glauben und der Wissenschaft, und zwischen der gesellschaftlichen Ordnung, die der orthodoxe Glauben schafft und den gesellschaftlichen Ordnungen, die aus anderen Betrachtungen entstanden sind, denken. Trotz allem, war in jede diese Situationen immer der Pluralismus fruchtbar.

Welches ist dann das unentbehrliche Element, damit der Pluralismus eine Erhebung über die vorherige Phase schaffen würde?

Ich bin überzeugt, dass dieses Element, das integrales Denken ist. Ohne dies, ist kein Pluralismus möglich.

Das heißt: Der Pluralismus benötigt um werden und um fruchtbar zu sein, ein Denken, dass das Gleichgewicht zwischen einem guten aufgebauten Verstand und einen guten aufgebauten Gefühlvermögen schafft und ermöglicht.

Da der Menschen Abbild Gottes ist, benötigt er vor allem Bildung!

Ich meine Bildung und nicht Erziehung.

Diese Bildung verlangt Freiheit wie Dialog und Kommunikation.

Ohne Bildung ist das integral Denken unmöglich und folglich wird auch der Pluralismus unfruchtbar.

Was wird der Pluralismus ohne das integrale Denken, ohne die Bildung werden?

Ohne das integrale Denken wird der Pluralismus sich in Chaos, Anarchie, Gewalt verwandeln. Der Krieg eines jeden gegen jeden, um nichts. Herrschen zu wollen, nur um des Herrschens willen. Leere Macht und willkürliche Wille.

Isabel Viñado Gascón

(Dieser Artikel erschien erstmals in MoMo PubTalk am 12.12.2021)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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