Unsicherheit bedeutet die Unwissenheit sowie die Unbestimmtheit in Bezug zu einer Zeit, zu einem Ort oder zu einem Ereignis. Auf der Unmöglichkeit, ein klares Urteil erstellen zu können, ruhen die Unruhe und sogar die Angst, die die Unsicherheit erzeugen.
Es
ist wichtig den Begriff „Unsicherheit“ von den Begriffen „Bedrohung“ und
„Gefahr“ zu unterscheiden.
„Bedrohung“
meint ein mögliches konkretes Risiko. „Gefahr“ meint ein bevorstehendes konkretes
Risiko. Der Begriff „Unsicherheit“ dagegen, enthält in Prinzip kein notwendiges
Risiko in sich, sondern einfach nur die Unwissenheit über den Werdegang.
Kurz:
während die Begriffe „Bedrohung“ und „Gefahr“ eine nüchterne Analyse der
Situation benötigen, erfordert die Unwissenheit, die für den Begriff der „Unsicherheit“
wesentlich ist, zu ihrer Überbindung die Entwicklung des Wissens.
Dieses
Wissen strebt zuerst immer nach der Wissenschaft und dem Lernen und
dem Recherchieren. Man weißt nicht, ob die Erde eine Kugel oder flach
ist. Der Schuler weiß nicht, ob die Französische Revolution in 1789 oder 1879
stattgefunden hat. Der Passagier weiß nicht, ob der Zug pünktlich oder
unpünktlich ankommen wird. Der Mensch ist sich seiner selbst und seine Gefühle
nicht sicher, und erforscht dann seine Seele. Der Mensch ist unsicher über das
Wetter und er konsultiert den Wetterbericht.
Wenn aber die
wissenschaftlichen Kenntnisse die Unsicherheit eines Individuums nicht beseitigen
können, dann entwickelt der Mensch die sogenannten
„Selbstverteidigungsmechanismen.“
Das
heißt, der Mensch entfaltet Methoden, um aus dieser Unsicherheit entfliehen
zu können.
Eine
von diesen Strategien ist alles, was mit dem Aberglauben zu tun hat. Der
Mensch befragt die Sterne, die Karten, die Göttern, die Steine, nach seinem
eigenen Schicksal. Der König, der Regierungschef fragt den Magier und die Hexe,
was die Zeichen über das, was er zu tun oder nicht zu tun hat sagen, oder ob er
der Sieger im Krieg sein wird. Um die Götter zu überreden, bietet ihnen der
Mensch Darbringungen und übt Magie. Die Magie ist der erste Versuch des
Menschen die Unsicherheit über sein Schicksal auszuräumen.
Da
die Zeichen aber auch unsicher sind, nimmt der Mensch die Kontrolle über sein
eigenes Schicksal in die Hände: der Zeitpunkt seines Todes, der Zeitpunkt der
Geburt seiner Kinder, die Geburt seiner Kinder und irgendwann möchte er der
Kontrolle über seine ganze Existenz haben. So entsteht der „versicherte
Mensch“: der Mensch, der für alles eine Versicherung hat: Krankheit, Feuer,
Erdbeben, Bubenstreich…
Der
moderne Mensch versucht die Unsicherheit über jede Kleinigkeit abschaffen, weil
die Unsicherheit ein Synonym für Gefahr geworden ist. So dehnt sich das
Verlangen nach Kontrolle aus, bis dieses Verlangen fast eine Obsession wird. Man
sagt, dass die Straßen, wegen der Steigerung der Kriminalität unsicher sind.
Eigentlich bedeutet hier „unsicher“ dasselbe wie „Bedrohung für die Sicherheit.“
Sie verlangen nach Kontrolle, weil jede Bewegung eine Drohung für die
Sicherheit bedeutet oder bedeutet könnte; dies ist definitiv eine Deformation
des Begriffes „Unsicherheit“: Man zeichnet Privatgespräche, falls es private
Ärger gibt. Man steckt Überwachung-Kameras in die Kinderzimmer, um den Schlaf
des Kleinkinds zu überwachen. Wohneigentümergemeinschaften installieren Überwachungskameras
im Keller, um sicher zu sein welcher Nachbarn den Müll nicht in die richtige
Mülltonne steckt. Man steckt Überwachungskameras in die eigene Wohnung, um in die
Wohnung hineinzuschauen, wenn man in den Ferien ist.
So
wird der Mensch nicht ein soziales Wesen, der in einer Gesellschaft lebt,
sondern ein funktionales Wesen, das in einem System lebt, - in dem es keinen
Raum für Überraschungen - gute oder schlechte - gibt.
Isabel
Viñado
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.